Werkzeugkoffer Innovation und Demografie

Es handelt sich um einen „virtuellen Koffer“, in dem 39 Werkzeuge und Instrumente aufgeführt und kurz dargestellt sind. Diese Werkzeuge können beim Aufbau und bei der Gestaltung eines Innovationssystems oder bei der Auswahl der demografiesensiblen Personalmaßnahmen zur Entwicklung der innovationsbezogenen Unternehmenskompetenzen herangezogen werden. Hierbei handelt es sich um die Sammlung, Aufbereitung und Systematisierung bereits existierender Instrumente und Werkzeuge.

Die Funktion dieses Werkzeugkoffers besteht darin, die Gestaltung eines demografiesensiblen Innovationsmanagements im Unternehmen zu unterstützen. Der „Werkzeugkoffer Innovation und Demografie“ ist als Anlaufstelle für Unternehmen konzipiert, die ihre Innovationsfähigkeit im Demografischen Wandel stärken wollen. Im Werkzeugkoffer finden sie dafür hilfreiche Werkzeuge (s. Abbildung 1). Das Ziel des Werkzeugkoffers ist es, den Unternehmen eine informative Übersicht über die vorhandenen Werkzeuge bereitzustellen. Daher sind alle Werkzeuge nach einem einheitlichen Muster dargestellt. Für jedes Werkzeug wird kurz das Ziel, seine Vorteile und der Aufwand für den Betrieb beschrieben sowie auf weiterführende Literatur und Praxisbeispiele verwiesen. Damit können sich die Unternehmen schnell informieren und orientieren, welche Werkzeuge und Instrumente für ihre spezifische Situation in Betracht gezogen werden können. Der KrIDe-Werkzeugkoffer stellt eine Auswahl dar. Für weitere Informationen können z. B. das Netzwerk Initiative Neue Qualität derArbeit  oder dieInternetseite Demografiewerkzeuge konsultiert werden.

Falls bei der passgenauen Auswahl und Implementierung der Werkzeuge professionelle Beratung und Unterstützung gewünscht wird, besteht die Möglichkeit, die dadurch entstandenen Ausgaben über die Förderprogramme der Länder und des Bundes (zumindest teilweise) zu finanzieren. Daher ist es empfehlenswert, im Vorfeld eines solchen Vorhabens in derFörderdatenbank zu den Fördermöglichkeiten zu recherchieren.

Wie in der unteren Abbildung dargestellt, sind die gesammelten Werkzeuge in drei Gruppen aufgeteilt: „Kreativität und Innovation“, „Demografiesensible Personal- und Organisationsmaßnahmen“ und „Kooperation Hochschule-Wirtschaft“.

Abbildung 1 Darstellung des Werkzeugkoffers (eigene Darstellung 2013)
Abbildung 1 Darstellung des Werkzeugkoffers (eigene Darstellung 2013)

Um die zielgerechte Anwendung eines Instrumentes zu erleichtern, wurden alle Werkzeuge aus den Gruppen „Kreativität und Innovation“ und „Demografiesensible Personal- und Organisationsmaßnahmen“ einer oder mehreren Phasen des PDCA-Zyklus nach Deming (bzw. Shewhart) zugeordnet (s. Abbildung 2). Der PDCA (Plan – Do – Check – Act)-Zyklus beschreibt einen Zyklus mit den vier Phasen: Planen, Durchführen, Checken (Überprüfen) und Agieren (Handeln). Die Anwendung des PDCA-Zyklus und die Durchführung der vier Phasen werden grundsätzlich zur systematischen Verbesserung der Arbeitsabläufe empfohlen. Einige der hier vorliegenden Instrumente aus dem Werkzeugkoffer sind sehr umfassend, fast schon konzeptartig aufgebaut und betreffen daher mehrere Phasen oder umfassen sogar den gesamten PDCA-Zyklus, während sich andere Instrumente nur einer einzelnen Phase des Zyklus zuordnen lassen.

Zusätzlich zu den Werkzeugen, deren Nutzen für die Förderung der Innovationsfähigkeit im Demografischen Wandel das Kernteam als relevant eingestuft hat, enthält der Koffer auch diejenigen Werkzeuge, bei denen die betrieblichen Anwendungspartner einen besonderen Bedarf signalisierten. Demzufolge hat das Kernteam die Instrumente, die zur Auswahl und zur Bewertung der Kooperationsmodalitäten zwischen Betrieben und Hochschulen herangezogen werden können, auf die Initiative eines Anwenderpartners hin gesammelt und erarbeitet. Diese Gruppe der Werkzeuge bezieht sich auf den Aufbau und die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen der Wirtschaft und den Hochschulen. In diesem Falle wurde eine Einordnung entsprechend dem PDCA-Zyklus nicht als zielführend betrachtet. Da die darin subsummierten Instrumente allesamt auf den Aufbau von neuem Wissen und „Wissenszugängen“ abzielen, wurden als Strukturierungsgrundlage die Strukturmerkmale der Wissensbilanz: Humankapital, Strukturkapital und Beziehungskapital gewählt. Dabei erfasst das Humankapital die Kompetenzen und das Wissen der Mitarbeiter, das Strukturkapital bezieht sich auf die etablierten Prozesse und Strukturen im Unternehmen und das Beziehungskapital auf interne und externe Arbeits- und Netzwerkbeziehungen (Schat 2011).

Das KrIDe-Kernteam unterstützt die Anwenderbetriebe entsprechend ihrer spezifischen Anforderungen bei der Auswahl und Umsetzung einzelner Werkzeuge oder Werkzeugbündel.

Abbildung 2 Freie Übersetzung gemäß dem Deming bzw. Shewhart Zyklus (Deming 1982, S. 88).
Abbildung 2 Freie Übersetzung gemäß dem Deming bzw. Shewhart Zyklus (Deming 1982, S. 88).

Literaturangaben:

Deming, W. Edwards 1982: Out of the crisis. Cambridge, MA: Massachusetts Institute of Technology Center for Advanced Engineering Study, S. 88.

Schat, Hans-Dieter 2011: Immaterielles Kapital messen. Der Weg zur Wissensbilanz. In: Strategie Journal – Impulse für den Mittelstand. Ausgabe 03/2011, S. 22 f.

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